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Ärzte Zeitung, 21.07.1999 Vom natürlichen Insulin zu den Designer-InsulinenNicht nur bei den oralen Antidiabetika, auch in der Insulintherapie tut sich etwas: Noch vor wenigen Jahren glaubte man noch durch die Versorgung mit dem - inzwischen gentechnisch hergestellten - Humaninsulin anstelle des früher verwendeten Rinder- und Schweineinsulins sei das Optimum in der Therapie erreicht. Es gibt einen neuen Trend: Jetzt kommen die „Designer-Insuline“. Bei diesen Insulin-Analoga werden in der Molekülkette gezielt einzelne Aminosäuren ausgetauscht, um bestimmte gewünschte pharmakokinetische Eigenschaften zu erreichen. Den Anfang machte vor einigen Jahren Lispro. Das Analogon kann bekanntlich, da es sehr rasch aus dem Unterhautfettgewebe resorbiert wird, direkt zu den Mahlzeiten ohne Einhalten eines Spritz-Eß-Abstandes injiziert werden. Die Patienten sind von der größeren Therapiebequemlichkeit in der Regel sehr angetan. Demnächst wird mit Insulinaspart ein weiteres kurz- und schnellwirksames Insulin zur Verfügung stehen. Das Umgekehrte, nämlich durch Veränderungen im Molekül ein möglichst gleichmäßig langwirksames 24-Stunden-Insulin zu kreieren, scheint sehr viel schwieriger zu sein. Verschiedene pharmazeutische Unternehmen forschen seit Jahren daran. Jetzt soll aber im kommenden Jahr das erste basale Designer-Insulin auf den Markt kommen. Das langwirksame Analogon Hoe 901 hat sich in mehreren klinischen Studien der Phasen II und III bereits bewährt. Auch an neuen Applikationsformen von Insulin wird weltweit intensiv geforscht. So ist das Unternehmen Hoechst an der Entwicklung eines Insulins beteiligt, das nicht mehr gespritzt werden muß, sondern inhaliert werden kann. Es soll das mahlzeitenbedingte Spritzen ersetzen, da es über die Bronchialschleimhäute sehr schnell ins Blut aufgenommen wird. Das Insulin-Aerosol ist ebenfalls bereits in klinischen Studien erfolgreich getestet worden. (bös) Copyright © 1999 Ärzte Zeitung Email: info@aerztezeitung.de
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