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Ärzte Zeitung, 5.7.1999 Was die Insulinsensitizer Troglitazon, Rosiglitazon und Pioglitazon leisten / Effekte auf den HbA1c-Wert und den LipidstoffwechselGlitazone werden in der Leber unterschiedlich verstoffwechseltSan Diego (bös). Eine "neue Ära" habe in seinem Land in der Therapie bei Typ-2-Diabetes begonnen, meint Professor John B. Buse, Dirketor des North Carolina Diabetes Care Centers in Chapel Hill. Denn seit kurzem sind in den USA die als Insulinsensitizer bezeichneten Glitazone erhältlich. Auch in Deutschland werden zwei Vertreter der neuen Wirkstoffklasse voraussichtlich Ende dieses und Mitte nächsten Jahres auf den Markt kommen. Wie der US-Diabetologe bei einem Symposium während der Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA) in San Diego im US-Staat Kalifornien gesagt hat, erhofft er sich von den neuen Substanzen, daß es mit ihnen - besser als bislang - gelingt, die Therapie von Typ-2-Diabetikern zu optimieren und die Wahrscheinlichkeit zu verringern, daß diese Patienten Komplikationen ihrer Stoffwechselkrankheit entwikkeln. Glitazone aktivieren einen Rezeptor im ZellkernBuse stellte die drei bislang entwickelten Insulinsensitizer Troglitazon, Rosiglitazon und Pioglitazon auf der Veranstaltung der Unternehmen Lilly und Takeda in San Diego vor. Alle drei Substanzen haben das gleiche Wirkprinzip: Sie aktivieren einen Kernrezeptor, der PPAR-gamma (peroxisome proliferator-activated receptor gamma) genannt wird. Durch die Aktivierung wird die Synthese von Proteinen in Gang gesetzt, die im Glukose- und Fettstoffwechsel von Bedeutung sind. Unterschiede zwischen den drei Wirkstoffen gibt es in der Pharmakologie. So ist ihre Halbwertszeit und ihre Stärke, mit der sie an den Rezeptor binden, unterschiedlich. Ob dies jedoch klinische Bedeutung hat, ist nach Auskunft von Buse unklar. Wichtig für die Praxis ist jedoch wahrscheinlich die unterschiedliche Verstoffwechselung der Substanzen. Denn Troglitazon, das aufgrund einzelner hepatotoxischer Nebenwir-kungen in Deutschland bekanntlich gar nicht auf den Markt kam und dessen Anwendung in den USA strengen Reglementierungen durch die FDA unterliegt, wird durch ein anderes Leberenzymsystem verstoffwechselt als Rosiglitazon und Pioglitazon. Leberschäden sind bei der Anwendung dieser beiden Substanzen bislang nicht beobachtet worden. In klinischen Studien ließen sich mit den Insulinsensitizern die Blutzuckerspiegel sehr effektiv senken, wie Buse sagte. Einfluß auf die Spiegel von HDL, LDL und TriglyzeridenEgal ob als Monotherapie oder mit Sulfonylharnstoffen, Metformin oder Insulin kombiniert, stets ließ sich durch die Glitazon-Therapie noch eine - weitere - Senkung des HbA1c-Wertes um etwa einen Prozentpunkt erreichen. Mit Pioglitazon ist nach Auskunft von Buse in einer Titrationsstudie bei einer maximalen Dosierung von 45 Milligramm sogar eine HbA1c-Senkung um mehr als 2,5 Prozentpunkte erzielt worden. Typische Nebenwirkungen aller drei Substanzen sind Körpergewichtszunahme, Ödeme und eine Anämie. Auch der Lipidstoffwechsel wird beeinflußt: Die Spiegel an freien Fettsäuren sinken, das HDL steigt. Auch leichte LDL- und zum Teil auch Triglyzerid-Erhöhungen sind - vor allem in den Studien mit Rosiglitazon - festgestellt worden. Wie diese Begleiteffekte - vor allem im Hinblick auf das kardiovaskuläre Risikoprofil - zu bewerten sind, ist bislang aber noch unklar. Copyright © 1999 Ärzte Zeitung Email: info@aerztezeitung.de
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