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Ärzte Zeitung, 23.03.1999 Besonders gefährdet sind Menschen mit HIV-Infektion, Diabetes, chronischen Herz- oder LungenkrankheitenJunge chronisch Kranke brauchen Grippe-SchutzNashville (mal). Patienten mit chronischen Erkrankungen sollten - unabhängig vom Alter - stärker als bisher auf die Vorteile einer Influenza-Schutzimpfung hingewiesen werden, fordern US-amerikanische Forscher. Sie haben festgestellt: Selbst bei chronisch Kranken im Alter zwischen 15 und 44 Jahren ist das Risiko, infolge einer Influenza oder Influenza-Komplikationen wie Pneumonie ins Krankenhaus zu müssen oder zu sterben im Vergleich zu Gesunden deutlich erhöht. Chronisch Kranke haben bekanntlich ein erhöhtes Risiko, daß eine Influenza-Infektion mit Komplikationen verläuft. Das wird auch in den Empfehlungen der STIKO, chronisch Kranke gegen Influenza zu impfen, berücksichtigt. Zuerst denkt man bei chronisch Kranken sicher an ältere Patienten - tatsächlich sind über 60 Prozent der Patienten, die infolge einer Influenza-Infektion sterben, über 65 Jahre alt. Wenig Daten gibt es bisher zur Häufigkeit von Klinikaufenthalten oder zu Todesfällen infolge komplizierter Influenza-Infektion bei Menschen unter 65 Jahre. Die Wissenschaftler um Professor Marie R. Griffin von der Universität in Nashville im US-Staat Tennessee haben jetzt in einer retrospektiven Kohortenstudie das Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko bei Influenza bei Personen im Alter bis zu 65 Jahren bewertet. Dazu haben sie über 19 Jahre die Daten von 15- bis 64jährigen nicht-schwangeren Frauen analysiert. Als Hoch-Risikopersonen wurden Frauen mit chronischen Lungenkrankheiten, Diabetes, chronischen Herzkrankheiten, Krebs, langfristiger Steroid-Therapie, chronischer Nierenerkrankung oder HIV-Infektion eingestuft (JAMA 281, 1999, 901). Die Forscher haben festgestellt: Im Vergleich zu Wintern ohne Influenza-Aktivität werden in einer gut zwei Monate dauernden Influenza-Saison von 10 000 als Hoch-Risikopersonen eingestuften Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren 23 wegen eines komplizierten Influenza-Verlaufs in die Klinik eingeliefert oder sterben an Komplikationen wie Pneumonie. In der Altersgruppe zwischen 45 und 64 Jahren trifft dies immerhin für 58 von 10 000 Frauen mit hohem Risiko zu. Bei Frauen, die nicht als Risikopersonen gelten, sind es dagegen nur vier von 10 000 bei den 15- bis 44jährigen und sechs von 10 000 bei den 45- bis 64jährigen. Mit deutlichem Abstand am stärksten gefährdet für Influenza-Komplikationen waren nach den Studiendaten Frauen mit HIV-Infektion. Bei den anderen chronisch kranken Frauen war die Rate an Influenza-Komplikationen ähnlich groß wie bei Personen, deren einziger Risikofaktor ein Alter über 65 Jahre ist, berichten die US-Forscher. In Deutschland ist nach Schätzungen höchstens jede dritte Person, die zu den Risikogruppen gehört, durch eine Impfung gegen Influenza geschützt. Copyright © 1999 Ärzte Zeitung Email: info@aerztezeitung.de |
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Wolfgang Sander |