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Ärzte Zeitung, 14.5.1999 Rasch wirksames Insulin-Analogum Aspart soll im Herbst auf den Markt kommenSpritz-Eß-Abstand verkürzt - neues Insulin wirkt binnen zehn MinutenFrankfurt am Main (ula). Bei der Regulierung der Blutglukose während und nach einer Mahlzeit mit humanem Normalinsulin entstehen für Diabetiker hin und wieder Schwierigkeiten. Die Patienten müssen aufpassen, daß die Dosis für die optimale Wirkung etwa 30 Minuten vor Beginn der Mahlzeit gespritzt werden muß. Und sie müssen beachten, daß das Normalinsulin auch immer eine basisabdeckende Wirkung hat - und deren Dauer hängt von der applizierten Dosis ab. Mit den rasch wirksamen Insulin-Analoga ist das viel einfacher. Die Wirkung dieser Insulin-Analoga tritt, wie der Name schon sagt, viel schneller ein. Das bedeutet, der Spritz-Eß-Abstand, der bei Normal-insulin etwa eine Viertel- bis eine halbe Stunde beträgt, kann erheblich verkürzt werden oder ganz entfallen, sagte Dr. Rolf Renner vom Städtischen Krankenhaus in München-Bogenhausen auf einem Kolloquium des Unternehmens Novo Nordisk im Vorfeld der 34. Jahrestagung der Deutschen Diabetologischen Gesellschaft in Frankfurt am Main. Zwischenmahlzeiten - wie bisher bei Normalinsulin - sind nicht mehr notwendig. Es sei sogar möglich, so Renner, die Insulindosis nach einer Mahlzeit zu injizieren, was besonders bei Kindern von Vorteil sei, die gerne mal zwischendurch naschten. Durch das neue Insulin-Analogon Aspart, das im Herbst auf den Markt kommen wird, werden die Blutglukosewerte ungleich rascher reguliert als bei Normalinsulin, und die Wahrscheinlichkeit der Wirkungsüberlagerung mit der Insulindosis der nachfolgenden Mahlzeiten wird geringer, wie Renner gesagt hat. Zudem, so haben Studien ergeben, ist die Hypoglykämiegefahr nach den Mahlzeiten oder nachts erheblich geringer als unter Normalinsulin. Privatdozent Dr. Thomas Haak vom Diabetes-Schulungszentrum am Klinikum der Universität Frankfurt am Main sprach über die pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Eigenschaften des Insulin Aspart. Das Wirkprofil, so Haak, wurde sowohl in euglykämischen Glukose-Clampstudien mit gesunden Probanden, als auch in Studien mit Diabetikern untersucht. "Insulin Aspart wirkt innerhalb von zehn Minuten." Die Zeit, bis die maximale Konzentration erreicht ist, sei im Mittel halb so lang wie bei Humaninsulin, und "sie wurde bei Typ-1-Patienten 40 Minuten nach subkutaner Injektion erreicht". Nach etwa vier bis fünf Stunden seien die Insulinspiegel wieder auf dem Ausgangswert gewesen. Zudem sei die maximale Insulinkonzentration mit 492 Pikomol pro Liter etwa doppelt so hoch wie die von Normalinsulin. Weitere Vorteile des neuen Insulins im Vergleich zum Normalinsulin seien: der postprandiale Blutzuckerwert und das 24-Stunden Blutzuckerprofil sowie die langfristige Stoffwechseleinstellung würden verbessert. Der HbA1c-Wert, das haben nach Haaks Angaben europäische und US- Studien mit 1943 Diabetikern ergeben, sei unter Asparttherapie gesunken. Auf molekularer Basis haben Insulin Aspart und Humaninsulin die gleiche Wirkstärke - eine Einheit entspricht sechs Nanomol - sowie die gleiche Affinität zum Insulinrezeptor und zum IGF-1-Rezeptor. Copyright © 1999 Ärzte Zeitung Email: info@aerztezeitung.de
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