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Frankfurter Neue Presse, 01.04.1999 Insuline aus Höchst heißen jetzt "insuman"HMR-Geschäftsführer: Qualität muß nicht geprüft werdenVon Holger Czerwonka Der Name "insuman" kommt von "insulin" und "human" (Mensch). Bei der Entscheidung für diesen Markennamen setzte HMR vor allem auf die Internationalität des Begriffs "insuman": Aussprache und Botschaft sollten auf möglichst vielen Märkten einfach, verständlich und produktnah sein. Für "insuman" wurde gestern offiziell die Produktionsstätte "Fermtec" eingeweiht. Diese laufe schon seit einigen Jahre probeweise, komme jetzt aber zum wirklichen Einsatz, sagte Dr. Rainer Dickhardt, technischer Geschäftsführer bei HMR-Deutschland. Bisher stellte das Unternehmen ausschließlich Insulin auf der Basis tierischer Bauchspeicheldrüsen (Schwein) her. Das ist Vergangenheit. In Höchst geht laut HMR nun die modernste biotechnische Anlage an den Start. Täglich werden 100 000 Zylinderampullen zu je drei Milliliter abgefüllt. "Angst vor einem Verfahren, das man noch nicht kennt, ist normal", sagte Dickhardt. Er sei sich aber sicher, daß von der Anlage keinerlei Gefahren für die Umwelt und die Bevölkerung ausgehen. Erst recht nicht vom Produkt, denn das sei noch nie so rein und sauber gewesen wie jetzt. "Qualität muß nicht geprüft werden - Qualität muß man herstellen." Das weiterentwickelte gentechnische Insulinverfahren sei umweltfreundlicher, da Gefahrenstoffe, Abwasser, Abfälle und Emissionen vermindert werden. Die Gesamtinvestitionen in Produktion und Fertigung belaufen sich auf etwa 210 Millionen Mark. 450 Arbeitsplätze hängen direkt mit "insuman" zusammen: 300 in der Produktion, 150 in der Fertigung. Die Produktion sei nunmehr kostengünstiger. So falle etwa die teure und aufwendige Lagerung von Schweine-Bauchspeicheldrüsen weg. Wichtiger sei aber die verbesserte Versorgungssicherheit, sagte Dickhardt. Für Dr. Dieter Leihener, Leiter der Geschäftseinheit Diabetes, ist "insuman" ein "Meilenstein der traditionellen Insulinentwicklung bei HMR. Es ermögliche nun einen Einstieg in den weltweiten Markt. Die neue Produktion sichere den Standort; zudem werde der Anschluß an die Konkurrenz nicht verloren. Der Jahres-Umsatz auf dem deutschen Insulin-Markt liege bei etwa 650 Millionen Mark. Die neuen biotechnologisch - gentechnisch - hergestellten Insuline ersetzen laut Dr. Roman Nagel, Produktmanager "insuman", sämtliche "nach bisherigem Verfahren hergestellten Humaninsuline bei identischer therapeutischer Wirkung". Das bedeute die einfache, dosisgleiche Weiterbehandlung mit der entsprechenden "insuman"-Zubereitung für den Arzt. Für den Patienten bleiben die gewohnten Therapieschemata und die Anzahl der Dosierungen unverändert. Für eine optimale Versorgung der Diabetiker mit Humaninsulin bleiben für einen Übergangszeitraum die bisherigen Medikamente parallel erhältlich. Vorteilhaft sei der vollzogene Schritt auch wegen des einfacheren Umgangs mit Insulin: In Zukunft wird der Diabetiker in vielen Ländern sein Medikament unter identischer Bezeichnung und Verpackung finden. Copyright © 1999 Franfurter Neue Presse, Holger
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Frankfurter Neue Presse, 01.04.1999 Telefonnummer für Ärzte und ApothekerHöchst. Um einen möglichst reibungslosen Übergang von der "alten" Produktpalette zur "neuen" zu schaffen, wird die Markteinführung der biotechnologisch hergestellten Humaninsuline unter dem neuen einheitlichen Namen mit einer umfassenden Informationskampagne für Ärzte, Apotheker, medizinisches Fachpersonal und Patienten begleitet. Dazu gehört neben verstärkten Außendienstaktivitäten die Einrichtung einer Servicenummer. Fragen von Ärzten und Apothekern rund um "insuman" werden ab sofort unter der Telefonnummer (0 18 05) 67 78 88 beantwortet. Darüber hinaus können Informationen auch über das Internet unter www.insuman.de abgerufen werden. Ab sofort stehen fünf Insulinprodukte unter dem "insuman"-Warenzeichen zur Verfügung:
Hoechst Marion Roussel verspricht sich für den Arzt von der neuen einheitlichen Bezeichnung eine Vereinfachung in der Verordnung der HMR-Insulin-Produkte. Außerdem seien die Verpackungen bereits heute mit dem internationalen Farbcode gekennzeichnet. Damit müssen vom Jahr 2000 an sämtliche Humaninsuline gekennzeichnet werden. Professor Klaus-Henning Usadel (Uniklinik Frankfurt) betont, daß mit der Herstellung von Humaninsulin das Problem der Antikörperbildung gegen tierische Präparate abgenommen hat. HMR biete mit "insuman" alle therapeutische Optionen: Normal-, Verzögerungs- und Mischinsulin. So können Patienten mit Diabetis mellitus blutzuckergleich wie Nicht-Diabetiker eingestellt werden. Damit werde das Risiko für Folgeerkrankungen weitestgehend vermieden. (hc) Copyright © 1999 |
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